| Tor für den Frieden |
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Die Sonne steht schon tief über den ausgetrockneten Plätzen des süd-israelischen Städtchens Nehora, nahe des nördlichen Gaza-Streifens. Nur noch mit Mühe erkennt man das Spielfeld und die Tore, zwischen denen 22 Kinder israelischer und palästinensischer Herkunft noch immer mit Begeisterung dem runden Leder hinterher jagen. Vergessen scheinen der tiefe Hass und all die Sorgen, die beide Lager im Alltag spalten. Und mittendrin die Nienstedtener Hobby-Kicker Alexander Bielefeld und Julian Graeve.
Ein paar Stunden zuvor übergaben die beiden Freunde ein Sportförderpaket im Wert von 1000 € an Gal Peleg, den Projekt-Organisator Sport des Peres Center for Peace, das diese Zusammenführungen möglich werden lässt. Seit 2002 bringt die Institution jede Woche mehr als 2000 israelische und palästinensiche Jugendliche zusammen, um miteinander Fußball zu spielen. „Bei der ersten Begegnung sind alle natürlich wahnsinnig nervös und haben Angst. Aber sobald der Ball rollt, sind alle Hemmungen und Unterschiede vergessen. Dann zählt nur noch das Spiel.“, sagt Gal Peleg.
Immer öfter fahren die gemischten Mannschaften als Friedensbotschafter rund um den Globus zu Fußballturnieren. „Wir vom SC Nienstedten wollen israelischen und palästinensischen Kindern die Möglichkeit geben gemeinsam weitere Erfahrungen zu sammeln und für den Frieden zu werben, darum planen wir ein solches Fußball-Friedenscamp in Hamburg zu veranstalten.“, erklärt Alexander Bielefeld. Bei diesem einwöchigen Besuch in der Hansestadt soll eine 16-köpfige israelisch-palästinensiche Gruppe gemeinsam trainieren und als ein Team bei einem Jugendturnier antreten.
„Für die Unterkunft ist bereits gesorgt. Je ein israelisches und ein palästinensisches Kind wohnen in der Familie eines Nachwuchsspielers unseres Vereins.“, erklärt Alexander Bielefeld. Doch den beiden engagierten Mitzwanzigern fehlen noch finanzielle Mittel, sie sind auf Sponsoren und Spenden angewiesen. „Insbesondere für die Flüge und die Organisation eines kulturellen Nebenprogramms fehlt es uns an Geld.“ , so Bielefeld.
Überzeugt von der Idee und der vereinenden Kraft des Sports ergänzt Julian Graeve: „Das Projekt bietet den Kindern die einmalige Möglichkeit dem Alltag des Konflikts zu entkommen, sich über einen längeren Zeitraum intensiver kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen.“
„Der Konflikt im Nahen Osten lässt sich nicht mit Gewalt lösen. Deswegen ist es besonders wichtig, die zivilgesellschaftlichen Strukturen auf beiden Seiten zu stärken. Der Sport ist ein ideales Medium um Feindbilder und Grenzen zu überwinden – und der SC Nienstedten möchte seinen Beitrag dazu leisten“, erklärt Bielefeld abschließend.
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